1930: Feldmarkkarte von Reddelich

Johannes Gosselck veröffentlichte im Juni 1930 eine Sammlung von Flurbezeichnungen der Gemarkung Reddelich. Offensichtlich war er, während seiner Zeit als Lehrer in Steffenshagen, in der Region volkskundlerisch tätig.

Flurbezeichnungen nach Gosselck 1930

Für die Positionen 1 bis 14 auf seiner Lageskizze benannte er den Altenteiler des Reddelicher Hofes Nr. III, Peter Barten, geboren 1865 als Quelle. Für die restlichen Flurbezeichnungen hat er keine Quellen benannt.
Seine Arbeit beweist die permanente Anpassung der Flurbezeichnungen. Dabei sind Veränderungen nicht immer nachzuvollziehen.

Legende zur Karte:

  • 01 Blukelberg, Anhöhe mit schwerem Boden.
  • 02 Moelenbäk, Soll eine Mühle getrieben haben.
  • 2a Moelenbrügg, [Am] Weg nach Jennewitz.
  • 03 Fribarg, Acker, wahrscheinlich frühere Dorffreiheit.
  • 04 Hünnehäger Wisch, Wiese am Hundehäger Holz.
  • 05 Eschenbarg, Zum Hundehäger Holz [nicht auf der Karte].
  • 06 Ka-Ellerwisch, Acker, bis 1927 Wiese, wahrscheinlich Karl Lettows Wiese.
  • 07 Heirwisch oder Russlannswisch, Acker, bis 1915 Wiese, früher [wurden] hier die Ochsen gehütet.
  • 08 Vossbarg, Kiesberg, früher abgefahren.
  • 09 Vickenhof, Acker, nach früheren Besitzer.
  • 10 Buerbarg, Hohlweg
  • 11 Beudnerbarg, Parallelweg zum Buerbarg.
  • 12 Kirchsteig, Für die Stülower Kirchgänger nach Steffenshagen.
  • 13 Bornbarg, Acker, gibt Quellwasser für die Anwohner.
  • 14 Bandenbarg, Acker, Budenberg, Höhe 82
  • 15 Snakenberg, Schlangenberg, andere Bezeichnung für Höhe 82, im westlichen Abhang mächtiger. Findling, dessen eine Hälfte als Kriegerdenkmal aufgestellt wurde.16 Klosterberg, Acker, Höhe 65, von Chaussee überquert.
  • 17 Fall-Post(en), Wegeingang. Als noch Chausseegeld erhoben wurde, (Einnehmerhaus) jetziger Krug an Wegkreuz Glashagen-Steffenshagen mit der Chaussee wurde das Abbiegen der Fahrzeuge aus Richtung Doberan nach Dorf Reddelich durch einen mitten im Wegeingang errichteten und umklappbaren Pfahl verhindert. Bauer Garbe, der den Weg nach seinem Felde benutzen musste, hatte Schlüssel dazu.
  • 18 Torfmaur, Wiese mit offenen Wasser, Moor
  • 19 Taubrüggenbarg, Acker, Anhöhe nahe einer Brücke.
  • 20 Reddelicher Tauslag, Waldstück des Hundehäger Holzes.
  • 21 Eickwisch, Wiese, früher mit alter Eiche, die 1926 gefällt wurde.
  • 22 Lidwisch, Acker, früher schmale Wiese im Lidgrund, an Russlanswisch grenzend.
  • 23 Roden-Katerwisch, im Ort, benannt nach sehr altem, roten Katen [Anm. Büdnerei 1]
  • 24 Heidi, auch Heiriet, Wiese.
  • 25 Ellerbrauk, Acker, früher Bruch mit Erlen.
  • 26 Hellbarg, Höhe mit steilem Hang nach Süden, von Eichen bewachsen.
  • 27 Schaulkoppel, Acker, dort lag früher das Schulgehöft.
  • 28 Winnebäk, Bach, windet sich stark, Grenze zur Stülower Feldmark.
  • 29 Ströp-Soll, Wasserbach.
  • 30 Bronkwisch, Wiese
  • 31 Moelenbarg, Anhöhe der [am] Jennewitzer Weg.
  • 32 Sühring, Wiese, "ne oll süer Wisch"
  • 33 Torfmaur, Wiese, früher Moor.
Artikel aktualisiert am 15.03.2020