1960: Befestigung der Steffenshäger Straße

Die Straße von Reddelich nach Steffenshagen bekam einen Belag aus Kopfsteinpflaster und wurde damit ganzjährig für Fahrzeuge aller Art befahrbar. Die Querung der Möhlenbäk wurde zunächst als Brückenbauwerk geplant (Bild unten), im Rahmen eine Prüfung jedoch auf einen Durchlass reduziert.

Bei der Durchsicht des technologischen Teiles fiel uns auf,daß das Bollhäger Fließ sehr wenig Wasser führt. Im Höchstfälle 836 l/s am Brückenbauwerk, wobei als Abflußspende für die Berechnung dieses Wertes bereits ein HHWQ von 12o 1/s/km eingesetzt wurde. Dieser Wert liegt im Vergleich zu anderen wasserwirtschaftlichen Berechnungen noch zu hoch. In der Regel werden für die Errechnung des HHWQ loo 1/s/km zugrundegelegt. Anhand dieser Abflußmengen haben wir überprüft, ob nicht anstatt der projektierten Brücke ein einfacher Durchlaß ausreichend wäre. Dabei stellte sich heraus, daß ein Kreisquerschnitt von l,o m 0 bei einer angenommenen Sohlenneigung von 1 : 3oo bereits 1.14o l/s abf(ihren kann. Wir haben uns daraufhin mit dem Technischen Büro für Wasserwirtschaft und Landeskultur des Rates des Bezirkes Rostock in Verbindung gesetzt. Von dem Verfasser des Gutachtens, Koll. Boesler, wurde uns fernmündlich mitgeteilt, daß dieses Gutachten erst nach der Fertigstellung des Entwurfes aufgestellt wurde und deshalb heißt es in dem Gutaohten "das projektierte Profil der Brücke reicht aus".

Von Seiten der Wasserwirtschaft ist man damit einverstanden, daß anstatt der Brücke mit einer lichten Weite von 2,3o m ein Rohrdurchlaß von l,o m vorgesehen wird. Duroh diese Veränderung des Bauwerkes können erhebliche Mengen Baustoffe und finanzielle Mittel eingespart werden. Wir können daher dem Entwurf in der vorliegenden Form nicht zustimmen. Als Anlage fügen wir eine Skizze mit einem Vorschlag für die Ausbildung eines Rohrdurchlasses bei. Bei Ausführung dieses Vorschlages wird es nicht erforderlich, das Bauwerk zu verschieben. Für die Herstellung schlagen wir folgende Reihenfolge der Arbeit vor:
Es wird zunächst eine einfache Überfahrt unmittelbar neben dem bestehenden Bauwerk mittels überschütteter Betonrohre hergestallt, so dann kann der Bogen des alten Gewölbes abgetragen werden.

Durch eine Vorhaltespundwand, die in einer Entfernung von l,9o m von einem Widerlager gerammt wird, ist es möglich, daß die notwendige kleine Baugrube mittels offener Wasserhaltung trockengelegt werden kann. Infolge des gering anfallenden Wassers ist es möglioh, in dem verbleibenden Restquersohnitt das anfallende Nasser abzuleiten. Nach Fertigstellung des Durchlasses erfolgt eine Umleitung, so daß der Restquerschnitt mittels Magerbeton ausgefüllt werden kann. Der Ein- und Auslauf wird durch eine Stirnmauer gesichert, die auch den Damm im Bereich des Baohprofils abfängt. Die in dem wasserwirtschaftlichen Gutachten erwähnte Stauvorrichtung (Dammbalkenversohluß) ist günstiger, wenn sie etwas bachaufwärts verlegt wird. Der Zwischenraum zwischen dieser Staustelle und ein Einlauf würde zweckm&ßigerweise gepflastert werden.

Textteil des Prüfungsbescheides [07]

Ursprünglicher Plan für eine Brücke
Artikel aktualisiert am 02.01.2021