1979: Reportage über die Gemeinde Reddelich

Unter dem Titel "Reddelich – eine Gemeinde, wie viele andere im Kreis" berichtete die OZ im November 1979 über Reddelich:

Landwirtschaft, Handel und Gewerbe 564 Einwohner, eine LPG, Stellmacherei und Schlosserei, zwei Verkaufsstellen, eine besonders bei den durchreisenden Kraftfahrern beliebte Gaststätte, ein Bäckermeister, dessen Backwaren nicht nur im Dorf selbst gern gegessen werden —das ist die Gemeinde Reddelich mit dem Ortsteil Brodhagen. Während letzterer ziemlich versteckt „hinterm Wald“ liegt, präsentiert sich der Ortsteil Reddelich selbst, direkt an der F 105 gelegen, als ein Aushängeschild unseres Kreises. Und das — jeder Durchfahrende kann sich überzeugen — mit wachsendem Elan.

Zu den Aktivposten, nicht nur im Wettbewerb, gehören auch die Freundinnen des DFD [Demokratischer Frauenbund Deutschland] der Gemeinde. So wurden zum Beispiel von der Ortsgruppe des DFD zwei Tanzveranstaltungen vorbereitet, die Pflege von Rüben übernommen, aktiv bei Schrottsammelaktionen mitgewirkt sowie Foren und Bastelabende durchgeführt. Besonders aktiv waren die Frauen der Reddelicher DFD-Gruppe, die unter der Leitung von Erika Trispel steht, bei der Rentnerbetreuung sowie bei Arbeitseinsätzen im „Mach mit!“-Wettbewerb.

Auch das Jugendleben hat sich in der Gemeinde entsprechend den Möglichkeiten im letzten Jahr, nicht zuletzt auch durch die Bildung des Jugendklubs, positiv entwickelt. So standen Tischtennisabende, Diskotheken, Filmforen, Treffpunkte Bürgermeister, Grillabende sowie zahlreiche Arbeitseinsätze auf dem Programm der Reddelicher Jugend.

Unvollständig wäre die Reddelicher Gemeindebilanz, wenn hier nicht auch die Rede von der Freiwilligen Feuerwehr des Dorfes wäre. Die nahezu 20 Kameraden unter der Leitung von Holger Elmer haben einen guten Ruf in unserem Kreis. Neben der Auszeichnung als „Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr“ am 1. Mai dieses Jahres, konnten die Mitglieder der Reddelicher Wehr ihre hohe Einsatzbereitschaft durch ausgezeichnete Ergebnisse bei Vergleichskämpfen in unserem Kreis nachweisen. Und nicht nur, wenn die Sirenen zur Übung oder gar zum Ernstfall rufen, sind die Kameraden schnell zur Stelle. Auch wenn es um andere Belange in der Gemeinde geht, stehen die Reddelicher Feuerwehrleute, von denen an dieser Stelle stellvertretend Peter Gratopp und Hartmut Lubeck genannt sein sollen, ihren Mann bzw. Frau, denn auch Frauen gehören zu der Freiwilligen Feuerwehr Reddelich.

Im Wettbewerbsprogramm steht für 1980 auch die Schaffung von zwei Kleinsportanlagen als Aufgabe. Interessant und nachahmenswert fanden wir die Festlegung, jeweils im Mai und November feierlich die jungen Bürger zum Wehrdienst zu verabschieden. 1980 soll weiterhin ein Kinderspielplatz entstehen.

Reddelich, eine Gemeinde wie viele in unserem Kreis: Mit Erfolgen im 30. Jahr unserer Republik, aber auch mit Problemen, die es in Zukunft zu lösen gilt. Der Durchreisende, der auf der F 105 die Gemeinde passiert, kann es nicht leugnen — auch Reddelich ist, Dank des Fleißes der Einwohner, ansehnlicher geworden. Bürgermeister Norbert Templin nannte uns einige Wettbewerbsergebnisse, die nicht unwesentlich zu diesem Ergebnis beitrugen:

  • Zwei Eigenheime wurden fertiggestellt.
  • Für 45 000 Mark wurden Werterhaltungsarbeiten an Wohngebäuden ausgeführt.
  • Zwei Ruinen wunden durch die LPG (T) Steffenshagen beseitigt.
  • Zwei Wohnungen wurden für ältere Bürger renoviert.
  • Begonnen haben die Baumaßnahmen am Kindergarten.

Alles in allem ergibt das eine Wertschaffung von 230 000 Mark per 31. Oktober 1979.

1980 nun werden die Wettbewerbsprogramme in den Städten und Gemeinden unter dem neuen Motto „Klar Schiff — mach mit!“ stehen.