Die Reddelicher Häuslerei Nr. 30

In der Häuslerreihe an der B 105 zwischen der Einmündung der Alten Dorfstraße und dem Gewerbegebiet gelegen, wird das Anwesen heute von der Familie Lahl bewohnt.
1908 ließ Ernst Hamann, Zimmerman aus Kröpelin, das Haus erbauen.

1914 kaufte Schuhmachermeister Friedrich Risse das Grundstück. Er veräußerte es 1930 an den Kaufmann Wilhelm Kasten aus Dümmerhütte, der es bereits 1931 an Josef Lux, Gastwirt aus Berlin- Niederschönwalde, weiterverkaufte. Im selben Jahr wurde noch eine Waschküche angebaut.

1945 wohnten dort Josef Lux mit dem Mieter Johann Bull. Nach Kriegsende wurden dort einquartiert: Franz und Anna Heft mit Tochter Ursula aus Ostpreußen.

1963 kaufte der Gärtner Richard Lahl die Häuslerei von den Erben der Familie Lux. Bernd Lahl, der jetzige Eigentümer, berichtet zur Geschichte seines Elternhauses:

Mein Vater, Richard Lahl, kaufte das Haus 1963 nach dem Tode von Frau Lux von der Erbin, einer Nichte aus Berlin. Es gab mehrere Interessenten, wieviel geboten wurde, habe ich nie erfahren. Im Haus wohnten damals fünf Partien, kurz vorher waren es noch sechs. Durch Wohnungstausch konnten meine Eltern auch in das Haus einziehen, bis dahin wohnten sie in der Mietwohnung des Nachbarhauses (heutige Nr. 30, Fam. Kreft – damals Köster). Zu der Zeit hatten meine Eltern die Gärtnerei von Wilhelm Rowoldt gepachtet [auf der Büdnerei № 24] Aus der wirtschaftlichen Lage war nicht abzusehen, ob der Pachtvertrag bis Dezember 1974 erfüllt werden konnte (Zusammenschluss zu Genossenschaften, Situation in der Familie Rowoldt/Wollenberg). Daher wollte er den Garten seines etwa 2000 Quadratmeter großen Grundstücks zu einer Nebenerwerbs-Gärtnerei machen. So wurde 1967 das Gewächshaus errichtet, es wurde 2005 grundüberholt. 1972 wurde der Anbau zum Hof (Waschküche, Speisekammer, Flur) abgerissen, es war sowieso als absoluter Pfuschbau ein Ärgernis. Notwendig war sogar ein neues Fundament, um an gleicher Stelle einen kleinen Flur und ein Bad zu errichten. Im Januar 1975 war das Rentenalter meines Vaters erreicht. Ab 1993 wurde das Haus schrittweise modernisiert. Es gab eine Wärmedämmung, die das vorherige Aussehen bewahrt hat. Dazu kamen neue schall- und wärmedämmende Fenster und neue Innentüren,sowie eine Zentralheizung. 1997 zogen wir in das Haus der Eltern, da unser Arbeitsleben in Warin 1997 und 1998 beendet war. 1998 wurden Haus und Grundstück mit "der warmen Hand" umgeschrieben auf mich. Nach dem Tode meines Vaters – meine Eltern wollten ihren Wohnbereich nicht verändert haben – wurden 2006 die Umbauten zur Modernisierung abgeschlossen.

2012, [37]

Seit 2011 ist am Wohnhaus der Reddelicher Häuslerei Nr. 30 eine amtliche Höhenmarke des Ortes angebracht. Der Eigentümer, Bernd Lahl schreibt dazu:

Am Haus F 105 Nr. 31 ist eine Höhenmarke angebracht. Vorher befand sich diese am Feuerwehrgebäude. Höhenmarken dürfen nicht umbaut werden und müssen frei zugänglich sein. Durch den Anbau am Feuerwehrgebäude musste ein neuer Punkt vermessen werden. Nach zwei Messungen durch den Messtrupp des Landesamtes ergab sich die Höhe von 66,46 Meter über Normal-Null. Danach dürfte die Bundesstraße am Abzweig zum Bahnhof ziemlich genau 66 Meter über dem Meeresspiegel liegen. Interessanterweise hat der Fußboden des Hauses wohl die Höhe von 66,66 Meter – nicht wichtig, ob es exakt ist, aber allemal merkt es sich gut.

2012, [37]
Artikel aktualisiert am 31.01.2020