Gemeinsam die Kartoffeln ernten

… schlug die Kreiszeitung Das neue Dorf im Oktober 1960 in einem Artikel über Reddelich vor.
Gefunden: UL

Mitarbeiter der Kreisleitung der SED und Kollegen der Rohrmontage halfen in Reddelich
Überall auf den Feldern unserer Genossenschaften werden gegenwärtig die Kartoffeln geerntet. Wider Erwarten sind die Erträge bei Kartoffeln in diesem Jahr besonders gut.

Es gilt jetzt, die Kartoffeln schnell und verlustlos zu bergen. Aus diesem Grunde wurden bereits am 1. und 2. sowie am 7., 8. und 9. dieses Monats Landeinsätze durchgeführt. Die Mitarbeiter des Parteiapparates, die Kollegen der Rohrmontage I (der Patenbetrieb der LPG „Glückliche Zukunft“ in Reddelich) sowie einige Kollegen der Stadtdruckerei waren an diesen Tagen in der LPG Reddelich zum Einsatz.

Die LPG hat rund 50 ha Kartoffeln zu ernten. Bis zum Einsatz der Kollegen aus der Stadt am 1. und 2. Oktober hatte die LPG so gut wie gar nicht mit der Kartoffelrodung begonnen. Lediglich die Kartoffelkombine war am Tag zuvor eingesetzt worden.

Der Einsatz war natürlich eine große Hilfe für die Genossenschaft. Alle Genossenschaftsbauern, die anwesend waren, überzeugten sich an Ort und Stelle, daß die Kollegen aus der Stadt mit Eifer bei der Sache waren. Allerdings schien die Masse der Mitglieder nicht sehr erbaut von dem Einsatz gewesen sein, denn am Sonnabendnachmittag und am Sonntag waren bis auf drei Kutscher und den Brigadier niemand erschienen.

Diese Erfahrung machten wir nicht nur in Reddelich. Ein Teil der Genossenschaftsbauern aus- der LPG „Philipp Müller“ in Parkentin ist mit Autobussen nach Redefin gefahren. Den Kollegen aus der Industrie und Verwaltung oder den eingesetzten Soldaten macht es dann auch wenig Freude, wenn sie allein auf dem Felde arbeiten. Darum ist es auch nicht gutzuheißen, wenn sich manche LPG nur auf Einsätze aus der Stadt verlassen, denn bei diesem Tempo würde die LPG Reddelich noch im November in den Kartoffeln sitzen.

Deshalb muß sofort alle Kraft auf die Bergung der Kartoffeln konzentriert werden, was bei etwas mehr Initiative auch in Reddelich zu schaffen ist, anstatt örtlich nach Möglichkeiten zu suchen.

Das scheint auch in Reddelich der Fall zu sein, denn bis zum 7. Oktober wurden erst sieben bis acht Hektar Kartoffeln gerodet, das entspricht einer Tagesleistung von rund einem Hektar. Das kann nicht befriedigen.
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Kreiszeitung: Das neue Dorf von 1960