1921: Inspektion der Reddelicher Schule

Im April 1921 wurde die Schule einer tiefgehenden Prüfung durch den Schulrat Dabeler unterzogen. Diese Prüfungen wurden Zwischen 1920 und 1922 an allen Dorfschulen durchgeführt. Da es dafür gedruckte Formblätter für das Protokoll gab, ist wohl von einer landesweiten Aktion auszugehen. Für Reddelich wurde dort beschrieben:

Die Reinigung erfolgt durch »fegen und aufwaschen«. Die Heizung des Kachelofens wurde durch den Lehrer vorgenommen. »Die Lüftung geschieht durch ein Kippfenster« Beleuchtet wird die Schule mit drei zweiteiligen, elektrischen Lampen. Der Fußboden bestand aus »schadhaften Tannenbretter«. Der Klassenraum war 7 m lang, 6 m breit und 3 m hoch und wurde dreimal jährlich neu gestrichen. »Die Fenster müssen dringend erneuert werden, weil das Holz verfault ist.«

Die Ausstattung mit Schulbänken und Pult genügte »bescheidenen Anforderungen«. Dagegen sollten die Fenstervorhänge erneuert werden. Künstlerischer Wandschmuck fehlte. Vorhandene Heimatbilder waren ohne Rahmen. Kartenhalter waren zwar vorhanden, aber unpraktisch und falsch befestigt. Die Schultafeln taugten nichts. Die Wandtafel musste neu beschafft und eine brauchbare vorschriftsmäßig liniert werden. Eine Schüler- und Lehrerbücherei war nicht vorhanden.

An Lehrmittel waren vorhanden: eine russische Rechenmaschine, Zirkel und Lineal, diverse Landkarten sowie naturgeschichtliche Bilder. Der Handarbeitsunterricht für die Schülerinnen wurde von Frau Rank (Name sehr unleserlich) durchgeführt. Dies relativ regelmäßig. Ihr Befähigungsnachweis dafür war von 1900.

Die abschließende Mängelliste enthält neben den genannten Positionen noch solche wie: Reparaturbedürftigkeit der Haustür, Auswechslung der Kleiderhaken an der Garderobe. Die Reinigung von Klassenzimmer und Abort ist vorschriftsmäßig zu erledigen. Ablagen für Unterrichtsmittel für den Physik- und Chemieunterricht. Für den Turnunterricht gehören Springseile und Bälle vorgehalten.

Diese Unterlagen vermitteln uns ein plastisches Bild, wie es an der Reddelicher Schule zu damaliger Zeit zuging. Sie zeigen auch, dass es den staatlichen Stellen sehr wichtig war, auch den Kindern auf dem Lande eine angemessene Schulbildung zuteil werden zu lassen.

Artikel aktualisiert am 15.03.2020