Die Reddelicher Häuslerei Nr. 12

Das Anwesen steht in der Häuslerreihe am Ortsausgang in Richtung Kröpelin auf der linken Seite der B 105. Im Jahre 1888 wurde das Grundstück der Hufe V entnommen und vom Arbeitsmann Heinrich Gloede gekauft und bebaut. Aus dem Stall wurde 1898 eine zweite Wohnung als Mietwohnung gemacht.


Zur Volkszählung 1900 wohnten auf der Häuslerei: Der Landarbeiter Heinrich Glöde (geb. 1855) mit Ehefrau Marie (geb. 1851) und Tochter Carolina (geb. 1886) sowie der Landbriefträger Wilhelm Hobe (geb. 1867) mit Ehefrau Sophie (geb. 1874) und den Kindern Elsbeth (geb. 1898) sowie Hans (geb. 1900).

Der Arbeitsmann Heinrich Düwel übernahm 1907 die Häuslerei. Martha Haeseler, geb. Hallier war 1917 die Besitzerin. August Patzer, ein Pensionär aus Strelitz kaufte 1919 das Haus. Der Eisenbahnbeamte Ludwig Schoof erwarb es 1920. Der Arbeitsmann Hermann Bannow wurde 1932 der Eigentümer und wohnte 1945 dort mit Tochter Lori.

von Ute Gärtner, Juni 2017

Ein älterer Herr erzählte mir vor einiger Zeit von einem in seinem Besitz befindlichen Krug mit einer Gravur, in der Reddelich erwähnt sei. Er machte sich Gedanken über seinen Nachlass und bot uns an, das gute Stück in die Gemeinde Reddelich zurückzugeben, bevor es seine Kinder auf den Sperrmüll werfen.

Im April 2017 auf dem Weg zu einer Radtour an die Elbe fiel mir das Telefonat wieder ein und der Zettel mit Namen und Telefonnummer hing tatsächlich noch an unserer Pinnwand. Ich rief in Hagenow an, traf auf einen erfreuten Gesprächspartner und machte einen Termin in Hagenow/Viez. Alles war vorbereitet, ein Glasgefäß mit Metalldeckel inklusive der Gravur "Gestiftet von den aktiven Mitgliedern des Gesangsvereins Reddelich 17. März 1907", Papier zum Verpacken, Zettel und Stift zum Notieren der dazugehörigen Geschichte. Frau Niemann, meine Gesprächspartnerin, war nur einmal in ihrem Leben in Reddelich, doch ihre Vorfahren stammten von hier. Herr Hobe lebte augenscheinlich in der Häuslerei Nr. 12, heute die Adresse B 105 Nr. 23, zur Miete. Dies ging aus den Unterlagen der Volkszählung 1900 hervor. Die ausgebaute Mietwohnung ist in der Chronik der Häuslerei auch erwähnt. Herr Hobe senior zog später mit seinem Sohn Hans nach Sülstorf in Schleswig-Holstein, wo er 1960 verstarb. Ich informierte Frau Niemann über die Recherche und erhielt einen Brief mit Foto. Ich bedankte mich, auch im Namen des Kulturvereins, bei dem Ehepaar Niemann für die Informationen und den Krug und wünschte ihnen alles Gute.


Die ehemalige Häuslerei Nr. 12 im Jahr 2013.
Artikel aktualisiert am 28.01.2020