1807: Reitvorführungen in Reddelich

Für den 10. August 1807 ist in der Chronik des Doberaner Rennverein e. V. von 1822 für diesen Tag vermerkt:

Rückkehr des Herzogs nach Doberan aus dem durch die napoleonische Besetzung weiter Teile Deutschlands erzwungenen, siebenmonatigen Exil im dänischen Altona; Empfang des Herzogs durch die Bevölkerung mit Reitvorführungen in Reddelich bei Doberan

Bekannt ist, dass der Hauswirt der Reddelicher Hufe I sich in der Pferdezucht engagierte. Nicht belegt, aber wahrscheinlich ist seine maßgebliche Beteiligung an den oben genannten Feierlichkeiten.

Die Bauemrennen gelten als Vorläufer des ältesten Galopprennens Deutschlands. Fürst Friedrich Franz wurde, kurz nachdem er aus dem Exil zurückgekehrt war, bei seiner Fahrt nach Doberan am 10. August 1807 in Reddelich von einer Schar berittener Bauern empfangen worden. Man wollte seine Rückkehr gebührend feiern. Es hatte Wettrennen der Bauern gegeben, was den Fürsten veranlasste, den 10. August zum Feiertag zu erklären.

Genau 15 Jahre später wurden, in Erinnerung an dieses Ereignis, die ersten Renngesetze erlassen, in denen u.a. die Bauemrennen festgeschrieben wurden. Sie sollten immer am 10. August und stets zu Anfang von Rennveranstaltungen abgehalten werden. Obwohl gesetzlich fixiert, wurde der vorgegebenen Termin bald nicht mehr eingehalten. Die Bauemrennen rückten an das Ende des Programms. Dies tat deren Popularität jedoch keinen Abbruch. Um 1880 tummelten sich beispielsweise mehr als 200 Pferde im Innenraum der Bahn.

Artikel aktualisiert am 12.05.2019