Die Reddelicher Büdnerei № 7

Von Reinhold Griese (Recherche), Sven Morwinsky (Archivmaterial, Daten), Ulf Lübs (Layout).

Die Büdnerei ist heute nicht mehr existent. Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts wirtschaftlich mit der Büdnerei № 16 verschmolzen. Das Terrain des Hofes liegt am Bäudnerbarg und ist heute parzelliert und mit Eigenheimen bebaut.

1788 übernahm Christian Bahlmann den Hof, der zu dem Zeitpunkt aber noch nicht als Büdnerei sondern als Kossatenwirtschaft geführt wurde. In einer Aufstellung der Leibeigenen des Domanialamtes Doberan von 1753 wurde zu fast jeder Hufe mindestens ein Kossate aufgeführt.

1818 übernahmen der Arbeitsmann Schwarck und der Tagelöhner Fahrenheim die Büdnereien 7 und 8. Warum die Büdnereien zusammen bewirtschaftet wurden, hat wohl damit zu tun, dass die Büdnerei 8 zu dem Zeitpunkt noch keine Gebäude hatte. 1856 wurden beide Büdnereien erstmalig separat in den Akten aufgeführt.

1827 trat Johann Joachim Fahrenheim im Alter von 28 Jahren die Erbschaft der Büdnerei 7 an.

1867, zur Volkszählung, lebten auf der Büdnerei:

  • Der Büdner Johann Fahrenheim (geb. 1795) mit Ehefrau Engel (geb. 1805), Sohn Christoph (geb. 1834) und Enkeltochter Sophie (geb. 1860 ). In Doberan hielt sich am Zähltag Christian Fahrenheim (geb. 1839) und in Reddelich, auf dem Hufe VII, Carl Fahrenheim (geb. 1841 ) auf.
  • Der Einlieger Johann Papenhagen (geb. 1800) mit Ehefrau Stine (geb. 1798 ).
  • Der Einlieger Friederich Schuldt (geb. 1815) mit Ehefrau Sophia (geb. 1821 ). In Reddelich hielt sich am Zähltag Joachim Schuldt (geb. 1848), in Hundehagen Sophia Schuldt (geb. 1843) und in Hohenfelde Maria Schuldt (geb. 1846) auf.
  • Der Einlieger Carl Schöne (geb. 1812) mit Ehefrau Sophia (geb. 1811) sowie Töchtern Doretea (geb. 1851) und Loise (geb. 1854). Auswärts hielten sich zum Stichtag die Familienmitglieder Maria Schöne (geb. 1836), Heinerich Schöne (geb. 1848), Johann Schöne (geb. 1843) und Elisa Schöne (geb. 1848) auf.
  • Der Einlieger Johann Schott (geb. 1814) mit Ehefrau Sophia (geb. 1818).

1868 wurde Christoph Fahrenheim Büdner.

1882 erwarb Christoph Vanheiden die Büdnerei 16, vom Erbpächter Frahm. Diese wurde aus dem ehemaligen Hof der Hufe VII gebildet. Erbpächter Frahm errichtete seinen Hof in der Feldmark der Hufe, am Weg nach Glashagen, neu. Die Familie Vanheiden übernahm das ehemalige Bauernhaus von Frahm als Wohnsitz. Die landwirtschaftlichen Nutzflächen der beiden Büdnerein wurden anschließend zusammen bewirtschaftet. Die Gebäude der Büdnerei 7 wurden vermietet. Wann und aus welchen Gründen und unter welchen Umständen sich die Familie Fahrenheim in Vanheiden umbenannte, ist noch nicht ermittelt.

Zur Volkszählung 1900 wohnten dort:

  • Der Mieter Christian Vanheiden (geb. 1839) mit Ehefrau Marie (geb. 1853), Tochter Ida (geb. 1891) und Enkelsohn Hans Westendorf (geb. 1900).
  • Der Landarbeiter Heinrich Dreier (geb. 1852) mit Ehefrau Dorotea (geb. 1854), den Söhnen Wilhelm (geb. 1889) und Heinrich (geb. 1893) sowie Schwägerin Louise Schön (geb. 1852).
  • Der Fischhändler Heinrich Kröger (geb. 1855) mit Ehefra Sophie (geb. 1855) sowie den Söhnen Heinrich (geb. 1886) und Paul (geb. 1888).

1945 lebte auf der ehemaligen Büdnerei die Eheleute Gastmeier mit ihren 13 Kindern. Nach dem Krieg wurden dort eingewiesen: Familie Thiel (Rosa, Helene, Anton, Joseph, Paul, Maria) aus Ostpreußen.

1951 wurde ein maroder Seitenflügel des Wohnhauses der Büdnerei, das im Dorf auch Kreuzkirche genannt wurde, abgerissen.

1954 übernahm Hella Schlutow, geb. Vanheiden die Büdnerei № 16 und damit auch die Reste der Büdnerei № 7. Sie bewirtschaftete diese gemeinsam mit ihrem Mann, den Fuhrunternehmer Albert Schlutow (geb. 1902).

Im September 1976 verkaufte die Familie Schlutow das Hofgelände der Büdnerei an Reinhard und Marion Nehrenheim. Durch die damit auch Grundbuchlich vollzogene Trennung von Hof und Land verlor der Hof den Büdnereicharakter.

1979 wurde das Anwesen an die Familie Wolfgang Dittmann verkauft.

1980 wurde das alte, mit Reed gedeckte Wohnhaus der Büdnerei abgerissen und an der Stelle ein Bungalow errichtet.

1989 erwarb Uwe Schroeder das Restgrundstück, auf dem in den 1990er Jahren Eigenheime errichtet wurden.

Artikel aktualisiert am 26.01.2020