Die Geschichte der BrodhÀger Hufen

Von Reinhold Griese (Recherche, Text), Sven Morwinsky (Archivmaterial), Ulf LĂŒbs (Layout).

In Brodhagen gab es ĂŒber mehrere Jahrhunderte drei Hufen. Heute ist von ihnen nichts mehr zu sehen. Die Felder und Wiesen sind an auswĂ€rtige Landwirte verpachtet und die baulichen Anlagen abgerissen. Die Höfe wurden parzelliert und mit Eigenheimen bebaut oder an einen Kleingartenverein verpachtet. Zur allgemeinen Hufengeschichte und BegriffserklĂ€rungen verweisen wir auf die Seite: Die Geschichte der Reddelicher Hufen. Die frĂŒhe Entwicklung der Hufen ist dort Ă€hnlich wie in Brodhagen verlaufen.

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Die Geschichte der Reddelicher Hufen

Die Hufen, im Sinne von Bauernhöfen, waren bis nach dem II. Weltkrieg die wirtschaftliche Basis Reddelichs. Über mehrere Jahrhunderte waren diese auch die soziale Struktur Reddelichs. Mehrere, sozial gleichrangige, HĂŒfner waren sozusagen die Elite des Dorfes und konnten einen entsprechenden Stolz entwickeln.

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Die Reddelicher Hufe I

von Reinhold Griese (Recherche), Familie Freudenberg (Unterlagen, Bilder), Ulf LĂŒbs (Text, Layout)

Der Hof der ehemaligen Hufe I in der heutigen SteffenshĂ€ger Straße wird derzeit ausschließlich zum Wohnen genutzt. Das Hallenhaus aus dem 18. Jahrhundert wurde durch die heutigen (2021) EigentĂŒmer, der Familie Freudenberg, liebevoll restauriert und wird von ihnen selbst bewohnt.

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Die Reddelicher Hufe II

Von Reinhold Griese (Recherche), Ulf LĂŒbs (Text, Layout).

Die ehemalige Hufe II, in der SteffenshĂ€ger Straße, ist heute kaum noch als Bauernhof zu erkennen. Das Bauernhaus steht zwar noch als Mehrfamilienwohnhaus, ist aber eng flankiert von modernen Eigenheimen, die auf dem parzellierten Hof errichtet wurden. Der Acker wird von auswĂ€rtigen Landwirten bewirtschaftet.

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Die Reddelicher Hufe III

Von Reinhold Griese (Recherche), Familie SchĂŒtt (Daten und Dokumente), Ulf LĂŒbs (Text, Layout)

Die ehemalige Hufe III ist vielen Reddelichern als Hof Barten bekannt. Überregionale Bekanntheit erlangte der Hof als Kohlzuchtbetrieb seit den 1920er Jahren. Von dem damaligen Dreiseitenhof steht heute nur noch das Wohnhaus, das in den 1990er Jahren saniert wurde. Der Standort der Scheunen und StĂ€lle ist jetzt mit Eigenheimen bebaut.

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Die Reddelicher Hufe IV

Von Reinhold Griese (Recherche), Rita Philipp (Daten), Ulf LĂŒbs (Text, Layout)

Von dem ehemaligen Reddelicher Schulzenhof in der heutigen Alten Dorfstraße steht gegenwĂ€rtig nur noch das Wohnhaus. Dies wurde durch die jetzigen (2020) EigentĂŒmer, der Familie Warnke, saniert, modernisiert und dient reinen Wohnzwecken. Die landwirtschaftlichen NebengebĂ€ude wurden Mitte der 1990er Jahre abgerissen und das ehemalige HofgelĂ€nde zur Bebauung mit Wohnungen ĂŒberplant.

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Die Reddelicher Hufe V

Von Reinhold Griese (Recherche), Familie Kruth (Archivmaterial), Ulf LĂŒbs (Text, Layout).

Die ehemalige Hufe V, vielen unter Hof Kruth bekannt, ist heute (2021) wieder Eigentum der Familie Kruth und wird von Familienmitgliedern bewohnt. Landwirtschaft wird dort im Nebenerwerb auf dem HofgelĂ€nde betreiben. Der Acker ist verpachtet. Die Hufe ist, Dank der Kooperation der Familie Kruth, gut erforscht und wird an dieser Stelle ausfĂŒhrlich beschrieben. Sie ist auch die einzige Reddelicher Hufe, deren EigentĂŒmer sich dem politischen Druck der jungen DDR nicht durch Flucht nach Westdeutschland entzogen hatten.

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Die Reddelicher Hufe VII

Von Reinhold Griese (Recherche), Familie Philipp (Archivmaterial), Ulf LĂŒbs (Text,Layout).

Der Hof der ehemaligen Hufe VII in Reddelich, am Weg nach Glashagen auf der linken Seite gelegen, gehört heute (2018) der Familie Philipp und wird von ihr bewohnt. Das Wohnhaus wurde zu einem SchmuckstĂŒck saniert. Landwirtschaft wird von den EigentĂŒmern nicht betrieben, die zur Hufe gehörigen LĂ€ndereien sind verpachtet. Das Gehöft der Hufe VII lag bis 1882 im Dorfzentrum. 1881 wurde der Sitz des Landwirtschaftsbetriebes an seinem heutigen Standort neu gebaut.

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Die Reddelicher Hufe VIII

Von Reinhold Griese (Recherche), Sven Morwinsky (Archivmaterial), Ulf LĂŒbs (Text, Layout).

Von der Hufe VIII existiert gegenwĂ€rtig nur noch der ehemalige Stall und Altenteilerkaten. Der Stall ist jetzt als Bauernscheune bekannt und wird von der EigentĂŒmerfamilie als Firmensitz, Wohnobjekt und BegegnungsstĂ€tte genutzt. Der Altenteilerkaten wurde 1931 vom Hof abgetrennt und als HĂ€uslerei Nr. 38 verkauft. Auf dem Buerbarg, der erhöhte Bereich des ehemaligen Hofes, entstand 1996 ein kleines Wohngebiet mit Eigenheimen, Doppel- und ReihenhĂ€usern. Der Bereich zwischen Bauernscheune und Alte Dorfstraße ist heute Gemeindezentrum mit dem Gemeindehaus, Sport- und Festplatz. Auch die FlĂ€che des ehemaligen Partyhauses Hackendahl und der Parkplatz gehörten zur Hufe VIII.

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Die Reddelicher Hufe IX

Von Reinhold Griese (Recherche), Ulf LĂŒbs (Text, Layout).

Die Hufe IX wurde bereits 1906 aufgelöst und in BĂŒdnereien und HĂ€uslereien aufgeteilt. Das Gehöft wurde als BĂŒdnerei № 24 weiter gefĂŒhrt. Das damalige Wohnhaus ist noch erhalten. Es wurde in den 1990er Jahren durch die EigentĂŒmer saniert und wird von ihnen bewohnt.

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1973: Brand in Reddelich

Die Feldscheune des ehemaligen Bauernhofes von Albrecht Baade (Hufe IV) brannte am 26. November 1973 ab. 15 t Stroh, 350 t Kleeheu und zwei KaltbelĂŒftungsanlagen wurden, neben dem GebĂ€ude, Opfer der Flammen. Gelobt wurden durch das VPKA die EinsatzkrĂ€fte und die Versorgung durch das GaststĂ€ttenpersonal (trotz Ruhetag). Getadelt wurden Pannen bei der Alarmierung.

1969/70: Brand in Reddelich

Der mit Reed gedeckte Schweinestall der LPG, auf dem ehemaligen Bauernhof Brinkmann (Hufe VI), brannte in der Silvesternacht ab. Ursache war der fahrlÀssige Umgang mit Feuerwerkskörpern. Die rund 250 Schweine im Stall konnten gerettet werden. Personen kamen nicht zu Schaden. Holger und Uwe Elmer erinnerten sich an diesen Abend:

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1954: GrĂŒndung einer LPG in Reddelich

In Reddelich wurde am 1. Dezember 1954, von siebzehn Landarbeitern des ÖLB, die LPG (Typ III) GlĂŒckliche Zukunft gegrĂŒndet. Auf politischem Druck wurden ab 1953 aus den ÖLB heraus LPGen gegrĂŒndet, da sich die Bewirtschaftung unter direkter staatlicher Leitung als sehr uneffektiv herausstellte. Der Reddelicher ÖLB ist bis dahin sehr umfangreich geworden, weil die Betriebe der republikflĂŒchtigen Bauern von der Einrichtung bewirtschaftet wurde. Da die sogenannten Großbauern, Bauern mit ĂŒber dreißig Hektar WirtschaftsflĂ€che in Familienbesitz, starkem staatlichen Druck ausgesetzt waren, flohen viele nach Westdeutschland.

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1928: Brand auf dem Bauernhof Baade (Hufe VIII).

Durch Brandstiftung des Pferdeknechtes Ernst Reiter brannte am 15. Dezember 1928 der Kuh- und Pferdestall des Bauern Joachim Baade ab, der den Hof an seinen Schwiegersohn Schmidt verpachtet hatte. Zu diesem Großbrand veröffentlichte Klaus Kretschmann [51] einen Artikel in der Raducle [53] Nr. 12. Nachfolgend AuszĂŒge daraus:

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1919: Anlage einer Ostplantage in Reddelich

Der Bauer Barten von der Reddelicher Hufe III legte auf seinem Acker eine Obstplantage zum kommerziellen Obstanbau an. Diese wurde 1979, nachdem sie völlig verwahrlost war, gerodet und in den angrenzenden Acker integriert. Eine Hecke aus Mischgehölzen hat ĂŒberlebt und steht heute (2025) als GrĂŒnstreifen im Reddelicher Gewerbegebiet.

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1900: VolkszĂ€hlung in Mecklenburg – Schwerin

Diese ist eine bedeutende Zeitmarke fĂŒr jeden Chronisten. Es war die wohl umfangreichste Datenerhebung der Einwohner in der Geschichte Mecklenburgs. Die Daten fĂŒr Reddelich und Brodhagen sind in diese Chronik eingeflossen.

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1891: Großfeuer in Reddelich

Ein Großfeuer vernichtete am 28. April 1891 die Wohn- und WirtschaftsgebĂ€ude der Hufe VI (Westendorf/Brinkmann), die sich im Dorfzentrum befanden. Der Aufbau der GebĂ€ude erfolgte inmitten der Feldmark an dem Weg nach Glashagen. Aus dem GrundstĂŒck im Dorf entstanden die BĂŒdnerei № 17 (Westphal) und die HĂ€uslerei Nr. 22 (Susemihl).

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1871: Einwohner- und FlÀchenstatistik

Durch die Schaffung von BĂŒdner- und HĂ€uslerstellen im Domanium betrug hier die Bevölkerungsdichte 35 Einwohner pro kmÂČ, wĂ€hrend im Bereich der ritterschaftlichen GĂŒter nur 21 auf den kmÂČ entfielen. 1871 waren in Reddelich neun Hufen, elf BĂŒdnereien und neun HĂ€uslereien registriert:

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1860: Anordnung zur schnellen Vererbpachtung

Das Finanzministerium erließ am 20. April 1860 eine Anordnung zur schnellen Vererbpachtung der domanialen Bauernhöfe. Die Vererbpachtung sollte Dorfschaftsweise erfolgen. Ziel dieses Erlasses war die Schaffung eines unabhĂ€ngigen Bauernstandes als sichere Grundlage fĂŒr eine intensive WirtschaftsfĂŒhrung auf dem Lande. Bis Ende des Jahres waren 1272 Bauern in Mecklenburg ErbpĂ€chter und 4128 ZeitpĂ€chter. Bis zum Jahre 1875 war die Vererbpachtung im gesamten Domanium abgeschlossen. Im Zusammenhang mit der Vererbpachtung entstanden die Dorfgemeinden.

1846: Pachtvertrag fĂŒr Reddelicher Hauswirte

Johanni 1846 erhielten die Reddelicher Hauswirte einheitliche PachtvertrÀge bis Johanni 1860. Die damaligen Hauswirte von Reddelich waren: Waack (Hufe I), Uplegger (Hufe II), Bull (Hufe III), Baade (Hufe IV), Kruth (Hufe V), Westendorf (Hufe VI), Frahm (Hufe VII), Daniel Baade (Hufe VIII), Schulze Baade (Hufe IX).

1817: Landneuordnung in Reddelich

Eine Regulierung der Feldmark von Reddelich und Separation der Hufen wurde durchgefĂŒhrt. Mit dieser wurde das zum Dorf gehörende Gebiet neu vermessen. Der Wust von Diensten und Abgaben fiel weg. Es wurde ein einheitlicher Grundzins eingefĂŒhrt und es erfolgte eine Separation der Gemarkung, bei der jeder Bauer ein zusammenhĂ€ngendes StĂŒck Acker- und Weideland sowie Wiese zur individuellen Bewirtschaftung erhielt. Die Dreifelderwirtschaft wurde damit abgelöst. Die Separation verĂ€nderte das Landschaftsbild grundlegend. Es entstanden die Ackerformen, die bis zur Bildung der Produktionsgenossenschaften im DDR-Sozialismus im wesentlichen Bestand hatten. Diese Neuverteilung der landwirtschaftlichen NutzflĂ€chen kam einer Agrarreform gleich.

1792: BrodhĂ€ger Hauswirte erhielten PachtvertrĂ€ge fĂŒr 21 Jahre

Die Hauswirte von Brodhagen wurden von den Naturaldiensten befreit und erhielten einen Pachtvertrag von 1792 bis 1813. Der Pachtvertrag wurde nicht mit den einzelnen Bauern, sondern im Ganzen mit den drei Hauswirten: Dorfschulze Bull, Gustav Pentzin und Claus Pentzin abgeschlossen. Die Bauern hafteten gesamtschuldnerisch. Bei dem Tod eines Hauswirtes erbte eines seiner Kinder, wenn es keine EinwĂ€nde gegen dessen TĂŒchtigkeit gab. Das Amt behielt sich die freie VerfĂŒgbarkeit bei Erledigung des Gehöftes vor. Es setzte dann einen neuen Wirt oder einen Interimswirt ein. Letzteres fĂŒr die Zeit bis ein Erbe das Gehöft ĂŒbernehmen kann.

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